Gegen 19:15 Uhr kommt Hans-Hasso nach Hause und sorgt ab jetzt für das Hunde-Halligalli. Zuerst sind die Grossen dran und gehen mit ihm eine Stunde Joggen. In der Zwischenzeit kann ich mit den Welpen in Ruhe einen kleinen Waldgang machen
 
Gegen 21:00 Uhr essen wir gemeinsam ein schnelles Abendbrot und dann - dann fallen wir ins Bett, nachdem die Welpen
gegen 22:00 Uhr noch einen Milchflocken-Brei bekommen haben.
Irgendwie hab ich zur Zeit keine Lust für mich auch noch ein "Fresschen" zuzubereiten. Woher das wohl kommt ? :-)
------
 
27.04.
Heute morgen sah es schon wieder anders aus. Hans-Hasso hatte Pia ins Esszimmer gelassen und entsprechend gross war das Geschrei vor der Esszimmertür.
Also kamen alle erst einmal rein zum "Guten Morgen- wir sind alle noch da" sagen und dann gab's ein paar Welpenkugeln auf der Terrasse. Nun sind alle wieder zufrieden. Milch gibt's später.
 
Ich habe diesmal in dem Tagebuch den Schwerpunkt auf die Organisation gelegt, nicht um zu zeigen, was Welpen für Arbeit machen, das ist wohl jedem klar, sondern um zu zeigen, dass es durchaus möglich ist, Welpen im eigenen Lebensumfeld aufzuziehen, ohne im Gestank zu ersticken. Voraussetzung ist allerdings das Wissen darum, dass es Dreck macht und den eigenen Aktionsradius wesentlich einschränkt.
Es ist nicht anders, als bei Babys. Dumm ist, wer glaubt, er käme nach der Geburt des ersten Kindes in der ersten Zeit noch zu irgendetwas anderem.
Ich stelle mich darauf ein, dass alles, was nicht mit den Welpen zu tun hat, hinten an stehen muss, solange sie im Haus sind und das ist fast immer bis zu 12 Wochen lang. Auch dass sollte jeder wissen, der glaubt in seinem Jahresurlaub mal schnell einen Wurf machen zu können, weil der Verein schon dafür sorgen wird, dass alle pünktlich mit 8 Wochen verkauft und abgeholt sind. Wer die Zeit nicht hat, sich in Ruhe die Käufer auszusuchen, sollte es lassen.
 
Und wenn man weiss und sich darauf einstellt, dass man in der 7. und 8. Wochen nur tun kann, was man mit 40 kg Welpen an den Füssen tun kann, dann ist genügend Zeit um genau das zu genießen.
 
Dann ist es schön, wenn Genius der Ansicht ist, dass wir beide hier den Laden schon schmeissen werden, mir auf Schritt und Tritt folgt, jeden Handgriff genau beobachtet - sicherlich auch, weil er Überraschungen gar nicht liebt- ab und zu gestreichelt, aber nicht unbedingt hochgenommen werden will und sich, sowie ich mich setze, auf meine Füsse legt.
Dann ist es schön, wenn Giesa regelmäßig in der Tür wartet, bis ich passiere, sich wie ein Käfer auf den Rücken schmeisst und eine riesige zappelnde Begrüssungszeremonie abzieht.
Dann macht es Spass, wenn bei dieser Gelegenheit auch gleich alle anderen sieben eine Runde "küssen" wollen, obwohl - eigentlich wollte ich nur schnell das Telefon holen. Aber "schnell" gibt's nicht mit 7 Wochen alten Welpen.
 
Dann habe ich kein "schlechtes Gewissen", wenn alle mittags auf der Terrasse im Unterstand schlafen, mich einfach für ein halbes Stündchen dazu zu legen. Da keiner mehr das Vetbed nass pinkelt, kann man dies trockenen Bauches tun.
Das sind die wahren Geniesserminuten :-)
Im Halbdunkel, windgeschütz und warm grumselt und knatscht es um einen herum. Ich döse vor mich hin, alle 2 Minuten welchseln sie platsch ihren Platz, irgendeiner hat meinen Kopf besetzt, einer kaut an meinem Finger, draussen verbellt Pia irgendein Tier, oder nur aus Langerweile, weil keiner mitbellt, Wallace kommt rein, windet mit seiner Rute alles einmal durch, überzieht mein Gesicht mit einem Plutokuss und geht wieder, und gerade bin ich für ein paar Sekunden weggenickt, da kommt er, der stechende Schmerz, der diese Minuten immer beendet. Irgendwer, der an meinem Kopf liegt und vor sich hin knabberte, hat meine Nase etwas zu stark erwischt. Mein Schrei macht alle munter und nun wird es Zeit ihnen freundlich mitzuteilen, dass Menschen andere Hunde sind und es nicht so toll finden, wenn 8 Welpen in den Haaren hängen.
Aber auch dieses Mittagsschläfchen ist nur möglich, weil unsere Welpen nicht nach Kacke oder altem Trockenfutter stinken und das riesige Vetbed einmal ausgetauscht wurde, nachdem sie "Lagersauber" sind.
Die Zeit mit den Welpen ist so kurz und einige werde ich nicht wieder sehen, wenn sie erst einmal ausgezogen sind, dass es mir um jede Stunde leid tut, die ich mit ihnen verpasse.
Diese kostbare Zeit will organisiert sein, damit möglichst viel von ihr übrig bleibt.
----
05.05.05 :-)
 
Da zu mehr derzeit keine Zeit bleibt hier erst einmal noch ein paar Fotos:
Hundeschule- die zweite Stunde
In der Küche
-----
 
10.05.2005
Draussen scheint die Sonne, aber alles ist kladdernass vom Regen, sodass wir langsam im eifrig wachsenden Gras versinken und es nirgens ein angenehmes Plätzchen gibt.
Pia hat wieder Wurfkiste gebunkert, Wallace den Unterstand und die restlichen drei Welpen liegen sowieso unter meinem Stuhl oder folgen mir auf Schritt und Tritt. Setzen- alle Welpen schlafen gehen- Aufstehen -alle Welpen laufen mit.
Alleine machen sie zur Zeit gar nichts, vielleicht trauen sie dem Garten nicht mehr, der Welpen zu fressen scheint, denn wo sollten die restlichen fünf wohl sonst abgeblieben sein?
Eigentlich sollte Gilan ja gestern auch abgeholt werden, aber-aber-aber. Es ist wie es ist. Unzuverlässigkeit und mangelnde verbindlichkeit können Hovawarte nicht gebrauchen. Daher bin ich froh, dass die Menschen, für die er reserviert war, sich gerade noch rechtzeitig geoutet haben.
 
Die letzte Woche stand ganz unter dem Zeichen der Wurfabnahme und der Übergabe. Am 02. Mai war Abnahme mit Welpentest, den alle sehr gut mitmachten, nur unsere Giesa nicht. Die wurde aus dem Schlaf geholt und lehnte es ab, nicht weiter schlafen zu können, sondern Testhalligalli mit zu machen. Das war ihr zu blööd. Sie klemmte den Schwanz ein, verließ das Zimmer und ging wieder pennen.
 
Eigentlich sollte sie am Mittwoch mit Hasso nach Berlin fahren und von dort mit ihrem neuen Frauchen und Flieger erst einmal nach Baden-Baden fliegen. Aber das haben wir dann doch gecancelt und beschlossen, dass Hasso zwei Tage Urlaub nimmt, um sie direkt dort hin zu fahren. Pia fuhr mit und es wurde eine gemütliche Reise und eine ideale Übergabe vor Ort. Schade, dass man es nicht schafft, es bei allen Welpen so zu machen. Inzwischen ist sie weiter nach Südfrankreich gefahren, wo sie auch leben wird. Dort wartet noch ein Hovawart auf sie, denn auf dem Weingut, wo sie leben wird, gibt es "schon immer" Hovawarte.
 
Greta ist mit einer kleinen "Fleischerecken" zusammen auf ein großes Gut nach Holland gezogen. Ihre neue Freundin Wenke kam mit Frauchen und Wohnmobil nach Kiebitzbruch. Greta und Wenke konnten sich kennen lernen und sind gemeinsam am nächsten Tag nach Holland aufgebrochen. Sie leben bei Mutter und Tocher in zwei verschiedenen Häusern, aber nur 250 m voneinander entfernt. Auch Greta hat dort noch eine Hovawartfreundin- auch dem B-Wurf vom Fleischereck und ist in einen Haushalt gekommen, durch den der erste Hovawart nach Holland importiert wurde.
 
Gregors Familie kam am letzten Donnerstag und machten ein paar Tage Urlaub in Neustrelitz. Gregor konnte seine neue Hovawartfreundin Banja kennen lernen. So ist er am Sonntag völlig entspannt mit Banja und seiner Familie nach Holland gefahren, auch in einen Haushalt, wo es seit Jahren Hovawarte gibt.
Er kam und Banja liebte ihn, denn "endlich war da mal ein Gast der leckere Fressen mitbrachte". Gregor brachte natürlich seine Pansenpackete mit, die er gerne mit Banja teilt.
 
Gunnar ist am Freitag nach Werder gezogen und Gerrit ging gestern Richtung Rostock.
Alle sind zu Menschen gegangen, die auch vorher schon Hovawarte hatten und alle sind gut angekommen, haben ihr neues Revier entdeckt, schnell den Weg nach draussen zum Puschen und Lösen gefunden und im neuen Umfeld neugierig eingefunden. Sie haben die neuen Menschen problemlos angenommen und vertrauen ihnen nun ihre weitere Entwicklung an.
Das ist das Ziel unserer Aufzucht und es ist gut erreicht worden.
 
Und jedes Mal, wenn einer geht, entsteht hier ein Rudelloch. Die restlichen Welpen liegen herum, als wenn sie auf etwas warten, bis sie sich am nächsten Tag wieder neu organisieren. Die restlichen haben beschlossen, sich mir anzuschließen, scheinbar sind alle anderen Führungskräfte schon ausgezogen und die grossen Hunde taugen dafür nicht, weil sie vor allem ihre Umgebung welpenfrei halten wollen.
 
Bei diesem Wurf ist eins klar geworden:
Uns fehlen Ruheräume für die Grossen. Fama wird älter und Wallace will auch nicht immer bespielt werden. Die einzige, die einen Rückzugsplatz auf dem Bett im Welpenzimmer hat ist Pia. Für Wallace ist dieser Platz eigentlich Tabu, aber ich übersehe immer öfter, wenn beide darauf liegen. Je mehr die Welpen ins Familienleben integriert werden, je weniger unbelästigten Raum haben die Grossen. Sie werden überall vertrieben im Hof und im Haus. Fama geht ab und zu ins Büro schlafen, aber Wallace kann das nicht, weil auch Wolfgang dort wohnt- der mag ihn nicht.
Spätestens bei der CAC in Rüdersdorf war klar, mehr als drei Hunde auf einem Haufen will er nicht mehr ertragen :-)
Da die Welpen weit über das Stadium hinaus sind, im Welpenzimmer zu wohnen, sind die Großen dort wieder eingezogen. Wallace schläft tagsüber in der Wurfkiste- absolut welpenfreier Raum :-), Pia auf dem Bett.
Wenn jetzt noch Gertie hier heranwächste, müssen wir ernsthaft darüber nachdenken, ob wir wenigstens im Hofbereich einen Platz schaffen, wo sich die Grossen unbelästigt zurück ziehen können. Vielleicht bauen wir in unserem "gehege" etwas, wind- und wettergeschützt, die Tür heraus und dafür einen Eingang, der flach genug ist, dass die Großen hinüber springen können, aber hoch genug, damit kein Welpe hinein kommt.
 
Pia hat ja diesmal wieder bewiesen, dass sie zum welpenwerfen geboren wurde, daher denken wir schon darüber nach, sie im nächsten Jahr wieder decken zu lassen, allerdings wird das erst im Sommer geschehen, da sie im Winter nur einen Fünf- Monats- Zyklus hat und wir sonst mit dem Geburtstermin in den Februar vorrutschen. Das ist mir zu früh. Also falls es noch einen fünften und allerletzten Wurf mit Pia geben wird, werden die Welpen vermutlich erst im August geboren werden. Aber wie in jedem Jahr, werden wir dies natürlich von ihrem Gesamtbefinden abhängig machen.
 
Inzwischen darf unsere Gertie hier heranwachsen und sich hoffentlich genau so entwickeln, wie wir es erwarten.
Vielleicht werden mir so viele Hunde auch sehr bald zu viel und wir geben sie doch noch ab :-)
Aber damit ist momentan nicht zu rechnen !!!
 
Natürlich werde ich weiter über die Entwicklungen von Gilan, Genius und Gertie berichten, wenn auch nur unter der Rubrik "Aktuell".
 
Ab morgen werde ich beginnen mit den Kleinen getrennte Aktivitäten zu machen, denn es wird Zeit, dass sie mehr kennen lernen, als Kiebitzbruch, Pferde und Hirsche.